1. FC Köln - Eintracht Frankfurt 2:0

Auferstehung eine Woche vor Ostern?

Anfang der Woche fragte ich meinen Sohn, ob er Samstag mit zum Spiel kommen werde. Auf meine Bemerkung "Am Samstag spielt Not gegen Elend" entgegnete er: "Nein, am Samstag spielt Not und Elend gegen Eintracht Frankfurt". Dies ließ ich dann unkommentiert.

Im Laufe der Woche häuften sich die Meldungen aus dem Geißbockheim: Springer verletzt, kann nicht spielen; Scherz verletzt, kann nicht spielen; Voronin sowieso und wahrscheinlich auch Cichon. Frustriert durch die Ergebnisse der letzten Wochen sagte ich mir: Was soll's? Mehr als verlieren können wir ohne die auch nicht. Irgendwie hat man sich innerlich schon mit dem Abstieg abgefunden. Und ein Spiel ohne Scherz ist ja auch mal ein kleiner Lichtblick. In der Not freut man sich eben auch über Kleinigkeiten.

Am Freitagabend platzte dann ein kleines Bömbchen: Trainer Koller strich kurzerhand Lottner und Heinrich aus dem Kader wegen mangelnder Trainingsleistungen. Während sich über Heinrich kein Mensch aufregte, sorgte die Lottner-Suspendierung für lebhafte Diskussionen - auch innerhalb unseres Fanclubs.

Ich kann es nicht verhehlen: Nachdem ich bei den letzten Spielen relativ teilnahmslos auf meinem Platz im Stadion gehockt hatte, freute ich mich nun plötzlich auf das kommende Spiel. Die Aussicht auf ein Spiel ohne Lottner, Springer und Scherz ließ doch tatsächlich mein mittlerweile völlig verkümmertes "Samstagmittag-Bundesliga-Heimspiel-Kribbeln" wieder aufleben - zwar nur schwach, aber immerhin!

Zwar spielten immer noch die "Altlasten" Voigt und Cichon mit, aber das war dann letztendlich doch nicht so schlecht. Vor dem Spiel sagte ich noch zu Kuhni: "Pass auf, die jungen Hüpfer werden heute rennen wie die Bekloppten!". Und so kam es dann auch.

Der FC hatte heute eine Mannschaft auf dem Platz, deren Durchschnittsalter unter 24 Jahren lag. Die Jungs spielten ein Pressing erster Güte, rannten und gaben keinen Ball verloren. Durch das aggressive Pressing wurde die Frankfurter Abwehr immer wieder zu Fehlern gezwungen, was sich bereits nach 5 Minuten durch ein Frankfurter Eigentor auszahlte.

Jetzt nachlegen! Wäre das ein Ding, wenn diese junge Mannschaft heute den Gegner vom Platz fegen würde! Nachdem zunächst einige gute Einschussmöglichkeiten vergeben wurden, fiel nach 35 Minuten das längst überfällige und hochverdiente 2:0 durch Podolski. Der achtzehnjährige Torschütze machte an diesem Tag ein sensationelles Spiel.

Auch das Einwechseln von zwei Frankfurter Stürmern zur Halbzeit brachte keine große Gefahr. Außer, dass unsere Spieler mit zunehmender Spieldauer dem großen Laufpensum langsam Tribut zollen mussten. Aber der Sieg war nie ernsthaft in Gefahr und somit mehr als verdient.

Mein Wunsch: Lasst diese Mannschaft bis zum Saisonende spielen. Der Abstieg ist kaum noch zu vermeiden. Damit hätte man aber vielleicht schon frühzeitig ein eingespieltes Team für die kommende Saison.

Jupp

Spielstatistik:

1. FC Köln: Wessels - Schröder, Cichon, Dogan, Voigt - Grujic (46. Niedrig) - Kringe, Feulner (73. Sinkala) - Streit, Federico (87. Kennedy) - Podolski

Eintracht Frankfurt: Nikolov - Bürger, Bindewald, Hertzsch, Günther (46. Frommer) - Preuß, Schur, Chris (46. Beierle) - Skela - Lexa (73. Dragusha) - Amanatidis

Tore: 1:0 Hertzsch (5., Eigentor, Vorarbeit Voigt), 2:0 Podolski (35.)

Schiedsrichter: Meyer
Zuschauer: 45.500

Gelbe Karten: Voigt, Grujic, Niedrig - Lexa, Hertzsch

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