VfB Stuttgart - 1. FC Köln 0:0

Im Forumsbus nach
DaimlerChryslerWasenDorf

Der FC stand mal wieder am Rande des Abgrunds, jetzt sind wir einen Schritt weiter ;-))
Nach einem katastrophalen Spiel zuhause in Müngersdorf gegen Bremen stellte sich schnell eine Trotzreaktion ein, die darin mündete, dass der Forumsbus bereits Mitte der Woche mit 50 Mann restlos ausgebucht war, obwohl ein großer Teil der Stammmannschaft es vorgezogen hatte, wegen der Wasen mit dem Zug (Wochenendticket) anzureisen.

Zum ersten Mal nach langer Zeit konnten wir wieder auf die Dienste unseres Stammfahrers Ulli zurückgreifen, der uns bereits in der vergangenen Saison seit Dezember stets sicher ans Ziel geleitet hat. Nachdem er die Firma wechseln musste, präsentierte er sich mit einem supermodernen schnellen 4-Sterne-Bus der Extraklasse, und das Ganze auch noch zu einem vernünftigen Preis, so passt es.

Abfahrt um 6.00 Uhr ab Geißbockheim, um 06.30 am Hauptbahnhof, bereits um 11.30 trotz einiger Pausen in Stuttgart, da kann man nicht meckern.

Schlechtes Wetter begleitete uns fast während der gesamten Strecke, vielleicht ein gutes Omen, wo doch schlechtes Wetter eher für den VfB als für den 1. FC als hinderlich angesehen werden kann.

Schnell fast die komplette Busbesatzung bei der Wasen abgeladen, Parkplatz entlang der Busparkstraße eingenommen, dort reihte sich bereits zu dieser frühen Stunde eine schier endlose Karawane von Bussen, die allesamt ihre Passagier-Fracht bei der Wasen abgegeben hatten. Von Kölner Fanbussen war um diese frühe Stunde noch nichts zu sehen, aber es würden etliche kommen, wie man uns informiert hatte.

Kaum waren wir aus dem Bus gestiegen, fing es schon wieder stürmisch an zu regnen, sodass wir uns gerade noch in eine Vereinsgaststätte neben dem Stadion flüchten konnten, um dort die Gaumenfreuden *baaah* der schwäbisch-griechischen Gastronomie zu goutieren. Nun, der Regen verhinderte die Suche nach Alternativen *gg*. Und als wir uns dann auf dem Weg zum Stadion (um die Ecke, nur wenige Meter) machten, stellten wir entnervt fest, dass der Gästeeingang am vollkommen anderen Ende des Stadions war und dass wir einen riesigen Bogen entlang der mittlerweile Hunderten von Bussen ablatschen durften … shit happens.

Jedenfalls erreichten wir noch zeitig das Neckarstadion, ähem GottliebtEimer-Stadion, sorry, ich meinte das DaimlerChryslerStadion, so wie es jetzt dann wohl heißt. Der Gästeblock war sehr gut besucht, er füllte sich nach und nach bis zum letzten Platz.

Keiner schien wirklich zu erwarten, dass der FC heute wirklich was reißen würde, aber wer fährt schon eine solche Strecke ab, wenn nicht irgendwo ein Fünkchen Hoffnung schlummert, die Sensation zu schaffen.

Das Spiel fing eine Viertelstunde zu spät an, weil die Parkplatzsituation wohl katastrophale Ausmaße angenommen hatte. Die Mannschaftsaufstellung des 1. FC Köln dokumentierte mit dem Einsatz von Cichon, dass heute die Chance durch heftiges Anrühren von Beton erzwungen werden sollte, und so fing das Spiel auch an.

Der FC stand aber bemerkenswert gut und solide, die Räume wurden eng gemacht, sobald die technisch beschlageneren Stuttgarter den ersten Kölner überspielt hatten, war jedoch stets der Hintermann zur Stelle, und selbst wenn der mal überspielt wurde, stand Wessels wieder mal glänzend auf den Posten und verhinderte einen Gegentreffer. Und auch der FC hatte die eine oder andere Chance, die mit etwas mehr Glück, etwas mehr Kaltschnäuzigkeit oder einem nicht ganz so exzellent aufgelegten Timo Hildebrand in Rekordlaune im Stuttgarter Tor sicherlich zu einem Kölner Treffer hätte führen können. Im Sturm war jedoch die verletzungsbedingte Abwesenheit von Andrej Woronin deutlich zu spüren, in der Abwehr jene von Carsten Cullmann jedoch weniger, da diesmal das Defensivverhalten der gesamten Mannschaft gut koordiniert war und sich jeder für den anderen einsetzte.

Die letzten Minuten erinnerten manchen FC-Fan an die letzten Minuten in der Schalke-Halle, nur diesmal hatten wir das nötige Quäntchen Glück, um den wertvollen Punkt über die Zeit zu retten. Um 17.30 Uhr ertönte endlich der Schlusspfiff, man hörte deutlich viele Steine vom Herzen fallen. Der Punkt war hart erkämpft, aber keineswegs unverdient, und der FC hätte sogar die Chance gehabt, das Spiel für sich zu entscheiden.

Mit der Gewissheit, dass der FC moralisch und mental, trotz aller Abstiegsängste, durchaus gut mithalten kann, konnte man getrost die Rückfahrt antreten und letztendlich den Punkt feiern. Wir sind zwar immer noch Tabellenletzter, aber das könnte sich in zwei Wochen im Heimspiel gegen Freiburg ja sicherlich ändern.

Um Mitternacht waren wir dann wieder in Köln.

RemoColonia

Spielstatistik:

VfB Stuttgart : Hildebrand - Hinkel, Meira, Bordon, Lahm - Soldo - Vranjes (59. Tiffert), Hleb - Heldt (79. Cacau) - Kuranyi, Szabics

1. FC Köln: Wessels - Dogan, Cichon, Sichone - Schröder, Springer - Lottner (83. Kringe), Heinrich - Helbig (90. Voigt) - Scherz (67. Dworrak), Ebbers

Tore: ---

Schiedsrichter: Keßler (Höhenkirchen)
Zuschauer: 52.000 (ausverkauft)

Gelbe Karte: Cacau

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