1. FC Köln - SC Freiburg 1:0

Einmal erwischt es jeden ...

… und zwar zum einem mich, der nun sein Debüt als Berichtschreiber geben muss und dann natürlich Euch, die sich mit diesem Ergebnis herumschlagen müsst - oder auch nicht.

Wie auch immer, es war also mal wieder soweit: Samstag, und der FC hatte die Möglichkeit, im heimischen Stadion drei weitere Punkte gegen den Abstieg einzufahren.

Dieser Samstag war jedenfalls besonders. Nein :-), nicht weil ich den Bericht schreiben würde - und auch nicht, weil die Sonne von einem strahlend blauen Himmel schien (so was ist man in Wuppertal schließlich gewöhnt). Ich reiste diesmal nicht alleine an und ich hatte die Poolkarte, für die ich kurzfristig noch Ersatz suchen musste, was nach einigen Telefonaten auch gelang. Letztendlich verließen wir um 13 Uhr - in einem mit Freiburg-Schal geschmückten Auto - zu viert Wuppertal.

Etwa eine Stunde später (lag der Stau bei Köln-Nord jetzt an den Ausbauarbeiten an der A1 vor Lövenich?) waren wir am Ziel und entschlossen uns, noch kurz ein paar Kölsch nebst Mettbrötchen zu verzehren.

Der wachsenden Spannung wurde schließlich nachgegeben und so brachen wir Richtung Stadion auf. Am Südeingang stellten wir enttäuscht fest, dass man von dort nicht in den Gästeblock kommt und so trennten wir uns von dem Freiburger und seiner Tochter, die noch einen kleinen Weg ums Stadions vor sich hatten.

Zu zweit ging's ab ins Stadion. Dort noch schnell einen FC-Schal geholt, über den neuen KL-Treffpunkt gestolpert, an dem bereits Jupp und Treuer fachsimpelten und dann ab auf unsere Plätze.

Eigentlich sollte man als FC-Fan möglichst wenig über das Spiel schreiben, denn was den 33.000 Fans in den nächsten knapp zwei Stunden angetan wurde, war nicht gerade Bundesligatauglich. Andererseits ist man als Fan gerade dieses Vereins einiges gewohnt. Was blieb von diesem Grottenkick also haften?

Der erste Ballbesitz des FC führte auch zugleich zur ersten Chance - auch wenn sie wegen Handspiels von Springer abgepfiffen wurde. Normalerweise nicht erwähnenswert, aber es war auf lange Zeit die einzige Torraumszene der Kölner. Vermutlich erschreckt ob dieser Nähe des gegnerischen Tores, wollte es man nun etwas ruhiger angehen lassen. Also stellte man erstmal jegliches Kreativspiel ein. Nach zwei Möglichkeiten der Freiburger durch Sanou (9.) und Bajromovic (12.) und einem Freistoß von Cichon (15.) waren die Verletzungsunterbrechungen von Golz (peinlich mal wieder die Südkurve während dieser Aktion) und Sanou der einzige Aufreger in dieser Zeit. Ansonsten ergab sich ein Spiel zwischen lustigen Fannytütchen und ausgepowerter Naturenergie.

Wer nun dachte, Funkel hätte in der Pause eine motivierende Ansprache mit Wirkung gehalten, sah sich getäuscht. Spätestens jetzt hätte ich genauso gut ein kleines Nickerchen halten können. Das Spiel wurde nicht besser und soooo lustig waren die kleinen Fannytütchen dann auch nicht mehr. Das Lachen war mir mittlerweile vergangen. Zwei Dinge verhinderten ein Einschlafen meinerseits. Da war einmal Caro, die mich alle naslang anstieß, um mir mitzuteilen was Cichon gemacht (oder auch nicht [Anmerkung des Autors]) hat und unbedingt in dem Bericht erwähnt werden sollte. Und dann war da noch Stefan Wessels, der in der 62. Minute meinte für einen kleinen Adreanilinstoß bei den FC-Fans sorgen zu müssen, indem er sich bei einer Ecke verschätzte und Iasvilli dieses fast genutzt hätte.

Gut, also nichts mit Nickerchen. Und zum Lohn gab's dann sieben Minuten später das erlösende 1:0. Nach einem Freistoß von Lottner war Dogan an der richtigen Stelle und eumelte das Leder irgendwie ins Tor. War das der Sieg?

Sieben Minuten später war ich mir sicher, es konnte kaum noch was schief gehen. Was war geschehen? Eigentlich nichts Besonderes. Oder doch? Nun, ich fand es jedenfalls erstaunlich: Lottner hatte gegrätscht - und das noch mit Erfolg. Es gab einen Einwurf für den FC. Konnte da ernsthaft noch was passieren? Und so schleppte sich das Spiel dahin, bis in der Nachspielzeit noch zwei Chancen durch den eingewechselten Voigt zu Stande kamen. Dann hatten wir endlich die drei Punkte. Verdient, aber nicht immer werden wir einen Gegner haben, der sich für die schwache Leistung des FC im Mai so nett bedanken wird (womit sich auch gleichzeitig Nicos Befürchtung zerschlug, ich könnte zuviel über die Freiburger schreiben).

Nach dem Spiel trafen wir noch mit Kölsch, Mettbrötchen und den beiden Freiburgern zusammen. Und wenn ihr demnächst ein kleines Mädchen mit Hennes-Kappe im Freiburger Block seht, dann handelt es sich um die süße Tochter unseres Freiburger Chauffeurs.

Fazit
- Funkel ist ein Fuchs: er wechselt Federico jetzt indirekt gegen Lottner ein
- Alexander Voigt ist kein Stürmer
- Voronin ist unersätzlich
- Freiburg weiß, wann sie zu verlieren haben


PS: Trotz des schlechten Spiels, bin ich natürlich beim nächsten Heimspiel wieder dabei, denn wie sagte schon Tilla Durieux (mit leichter Abwandlung durch den Autor): "Man liebt den FC nicht wegen seiner Stärke, sondern wegen seiner Schwächen."

wuppis

Spielstatistik:

1. FC Köln: Wessels - Dogan, Cichon, Sichone - Springer - Schröder (66. Federico), Heinrich (75. Voigt) - Lottner (85. Kringe) - Helbig - Scherz, Ebbers

SC Freiburg: Golz - Kondé, B. Diarra - Riether, Kruppke (85. Guié-Mien) - Bajramovic -
A. Zeyer (81. Berner), Tskitishvili - Coulibaly - Sanou (38. Cairo), Iashvili

Tore: 1:0 Dogan (70., Kopfball)

Schiedsrichter: Dr. Wack (Biberach)
Zuschauer: 33.000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Helbig - Bajramovic, Kruppke

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