Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln 2:0

Da hatte selbst der Ball keine Lust mehr

Die runden Hauptprotagonisten versuchten ihr bestes, diesem Grottenkick zu entkommen. Mehrere Bälle traten erfolgreich die Flucht über den Bretterzaun zum Bauabschnitt Haupttribüne an. Ein anderer suchte sein Glück auf der Gegengeraden. Mit weniger Erfolg - unbarmherzige Zuschauer zwangen ihn zurück ins Spiel. Noch ein anderer wiederum ließ sich von Lottner (sic!) über das ca. 20 Meter hohe Hintertornetz dreschen (das war als Torschuss gemeint) und brauchte die Partie nicht beenden.

Die kläglichen Anstrengungen der beiden potentiellen Absteiger gegen ihr Spielgerät anzukämpfen, fand ihren symptomatischen Höhepunkt ungefähr in der 30. Minute. Der Schiri pfiff Einwurf für die Gastgeber und die schwarz-rote 29 choreografierte ein wenig zu viel Hüppemützchen in den Wurf. Also neuer Einwurf; jetzt für Köln. Heinrich trat an, den nächsten Versuch zu wagen. Der Ball hatte sich jedoch hinterlistig mit der Schwerkraft verbrüdert und diese entriss dem Ex-Championsleague-Sieger die Kugel. Nachdem sich der nächste Frankfurter bereit fand, den nun mittlerweile dritten Einwurf korrekt auszuführen, musste der Ball letztlich doch wieder zu den Rumpelfüßern zurück; und auf die nächste Fluchtmöglichkeit vor seinen Peinigern lauern. Die 28.000 Zuschauer hatten erstmals Grund für einen Lacher, verfielen anschließend aber wieder in blankes Entsetzen angesichts der absurden Fehlpass-Stafetten auf dem Platz.

Es dauerte eine weitere halbe Stunde, bis zumindest die überwiegende Hälfte im Stadion wieder was zu lachen bekam. Da traf nämlich Frommer zum 1:0 nachdem zunächst Lottner (sic!!) und dann nochmal Wessels den Ball jeweils so richtig dämlich und viel zu kurz abwehrten. Kurz vor Ende hatte dann Markus Kreuz noch seinen inneren Reichsparteitag, als er Sekunden nach einer weiteren persönlichen Hasstirade aus dem Kölner Block das 2:0 vorbereitete. Dummerweise war dieser Spielzug (schöne Hereingabe von der rechten Grundlinie) des Ex-Kölners der einzige, der diese Bezeichnung überhaupt ansatzweise
verdiente.

Als nach 90 Minuten dem Grauen ein Ende bereitet wurde, gab es ein letztes mal Grund für Amüsement. Nachdem die West-Tribüne die Spieler zur Halbzeit mit einem gellenden Pfeiffkonzert bedachte, attestierte sie ihnen nach dem Sieg "Wir sind stolz auf unser Team...". Halleluja!

Ich traf Katja und Bozz nach dem Spiel wieder und ich lernte Bozz'ens Nationalgetränk Äppler kennen, nachdem vor Anstoß nur Kaffee und Limo ausgeschenkt wurde. Risikospiel nennt sich das. Nach zwei Äpplern kann man den Frankfurtern der Fairness halber nur wünschen, mehr Risikogegner zu Besuch zu haben; ist besser gegen Sodbrennen...

Später ging es dann nach Wallrabenstein, wo hope und Bozz inzwischen wohnen. Katja präsentierte ihre Kochkünste (lecker!) aber ich wurde wohl auch hier als Risiko-Gast eingestuft. Beim Einkaufen ging der Griff nach Äppler "versehentlich" ins Apfelsaft-Regal. Und so kam es, dass ich den ganzen Abend Wasser trinken musste*...

Nachdem uns ohne Äppler und gescheitem Bier schnell die Augen zu fielen, waren wir noch vor Mitternacht in der Kiste. Am nächsten Morgen merkten wir erst lange nach dem (laaangen) Frühstück, dass wir vergessen hatten, die Zeit umzustellen. Ein Blick ins Fachmagazin BamS ergab, dass der Kick in Hannover noch grausiger gewesen sein soll, als der im Waldstadion. Wir taten uns schwer, uns Szenen vorzustellen, wie das wohl ausgesehen haben mochte. Außerdem ergab die Lektüre weiterhin, dass Funkel am Abend noch nicht entlassen worden war. Statt dessen werden Durchhalteparolen zum Besten gegeben, dass man nun das nächste Spiel gewinnen werde. Na hoffentlich sind die Wolfsburg-Amateure nicht zu stark.

Kennt Ihr eigentlich Schmidt? Schmidt ist cool. Und Türke. Also genau gesagt ist Schmidt ein Hund, der bei einer Rettungsaktion sowohl ein Bein verloren aber auch den Weg aus der Türkei zu Katja und Micha in den Taunus gefunden hat. Beim Gassi gehen flitzt der Dreibeiner kaum langsamer als ein Vierbeiner; wenn er Schritttempo läuft, hoppelt er dagegen wie ein Chinchilla. Aber das beste ist, wenn ein dreibeiniger Hund versucht, beim pinkeln noch ein Bein zu heben!!!

Ciao, Müngi


* Okay - zur Aufklärung sei dann doch noch gesagt, dass Katjas größte Angst war "dann steht im Bericht, da gabs nur Wasser zu trinken". In Wirklichkeit war die Auswahl an köstlichen Getränken die mir angeboten wurde, schier unbeschreiblich. Vielen Dank Euch noch mal für die nette Gastfreundschaft :o*

Spielstatistik:

Eintracht Frankfurt: Nikolov - Bindewald (46. Günther), Chris, Cipi, Wiedener - Schur - Preuß, Möller (56. Lexa), Kreuz - Cha, Frommer (76. Dragusha)

1. FC Köln: Wessels - Dogan, Cichon (76. Kennedy), Sichone - Springer - Schröder, Heinrich - Lottner - Helbig , Scherz (70. Federico) - Ebbers

Tore: 1:0 Frommer (63.), 2:0 Dragusha (80.)

Schiedsrichter: Weiner (Hildesheim)
Zuschauer: 27.500 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Chris - Sichone

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