1. FC Köln - SV Werder Bremen 1:4

Hoffnungsträger und Humor

Alle Zeichen standen auf Sieg:
Die Bilanz gegen Bremen zuhause kann sich alles in allem nach wie vor sehen lassen, Hoffnungsträger Dogan sollte nach langer Pause wieder seinen ersten Einsatz haben, Nico hat endlich ihren gehörnten Nachbarn gefunden :o), Glückspilz Ingo war vom Nordkap zurück, KL-Interessent Frank hat den Treffpunkt gefunden :o), unser geistliches Oberhaupt Hardcore war nach längerer beruflicher Abstinenz noch einmal im Stadion, ich hatte den Schal zuhause gelassen und das Glücksshirt der Kölschen Liebe an, das noch keine FC-Niederlage gesehen hat, die Sonne schien und ausserdem hatten wir die letzten Spiele alle trotz überwiegend guter Leistung verloren und somit heute ein bisschen Glück verdient - blablablablabla ...

Nun ja - nur mit einem konnte eigentlich niemand, aber so was von gar niemand rechnen: Mit der Krankheit der Boomers. Heike und Klein-Nathalie fielen heute als Maskottchen aus und so blieb auch Herr Boomer als treusorgender Gatte und Vater daheim. Ich will hier gewiss keine Schuldzuweisungen austeilen, aber im Grunde brauche ich mehr nicht zum Verlauf des Nachmittages zu schreiben. Aber gut: Jeder muss selbst wissen, wie er mit seiner Verantwortung seinem Verein und seinen Fan-Club-Freunden gegenüber umzugehen pflegt :oþ.

Die Mannschaft (unsere) zeigte bereits in den ersten Minuten, was sie sich für heute vorgenommen hatte: Nichts! Bremen machte von Anfang an Druck und hatte bereits in den ersten Minuten eine dicke Chance. Beachtliche Taktik unseres Trainers: Den Gegner in Sicherheit wiegen, erst Mal kommen lassen und dann ….. das 0:1 kassieren. In der 10. Minute durch Micoud nämlich. Ganz schön clever, Friedhelm. Fragen tu ich mich auch, was für Drogen der Kringe heute genommen hat, denn was der sich teilweise zusammenspielte, war schon filmreif. Das Genre lasse ich mal offen.

Springer dagegen hatte offenbar seine Kontaktlinsen falsch herum eingesetzt, denn auch er trat bedenklich oft ins Leere. Alles in allem folgte die schlechteste Leistung, die ich vom FC in dieser Saison gesehen habe und so ist es beinahe als Glück anzusehen, dass das 0:2 erst in der 40. Minute durch Klasnic geschossen wurde. Leid tun konnte einem (mir jedenfalls) eigentlich nur Stefan Wessels, der verhinderte, dass noch der ein oder andere zusätzliche Treffer über die Linie ging. Auch Voronin zeigte für hiesige Verhältnisse gute Leistung, kam aber schon nicht mehr an die der vorherigen Spiele heran (wer mag es ihm verdenken?).

Auch Mustafa Dogan konnte in dieser ersten Halbzeit nicht die Hoffnungen rechtfertigen, die bis heute in ihn gesetzt wurden. Bereits jetzt schallten auch die ersten ‚Funkel raus'-Rufe aus der Südkurve und ich persönlich wüsste auf Anhieb niemanden, der dem widersprochen hätte.

In der zweiten Halbzeit ging es genauso weiter. Die Kölner spielten hektisch, unkonzentriert, verloren ganz dumm mühsam erkämpfte Bälle und gaben sich anscheinend bereits selbst auf. Oft hatte ich den Eindruck, dass sie sich auch einfach selbst im Weg standen. So kam es, wie es kommen musste und in der 70. Minute (schon wieder ne runde Zahl - juhu !) fiel das 0:3 durch Stalteri. Man muss schon Hennes heißen und der 1. bis 6. sein, wenn man davor noch große Hoffnung auf einen Kölner Punkt oder gar mehr hatte, aber nun war das Spiel endgültig gelaufen.

Daran konnte weder Thomas-Pitbull-Cichon mit perfekt sitzender Fönfrisur noch der Anschlusstreffer zum 1:3 in der 79. Minute durch Scherz (der diesmal nicht mit ‚seinem' Lied belohnt wurde) etwas ändern. Die Funkel-Raus-Rufe wurden immer lauter und mehr und das 4:1 von Charisteas in der 90. Minute wurde von der Südkurve - ebenso wie ein fragend guckender Ailton - frenetisch bejubelt.

Fazit: Ein Voronin und ein Wessels allein sichern eben doch nicht den Klassenerhalt und man kann nur hoffen, dass sie uns noch lange unterstützen, Angst essen Seele auf, Funkel gewinnt in Köln nicht mehr die Herzen der Fans und wer auf seinen Rauswurf wettet, wird nicht erwarten können, bei Gewinn ausgesorgt zu haben. Fragt sich nur, wer der Nachfolger wird - DAS macht mir schon Angst.

Warten wir es ab. Aber Glücksbringer und Aberglaube können mich ab sofort genauso wie Statistiken getrost am Abend besuchen.

Carola

Spielstatistik:

1. FC Köln: Wessels - Cullmann, Dogan, Sichone, Heinrich - Kringe (42. Helbig), Lottner, Springer, Voigt (72. Cichon) - Scherz, Voronin

Werder Bremen : Reinke - Ümit Davala, Ismaël, Krstajic, Stalteri - Lisztes (67. Borowski), Baumann, Micoud, Ernst - Ailton (79. Valdez), Klasnic (75. Charisteas)

Tore: 0:1 Micoud (10.), 0:2 Klasnic (40.), 0:3 Stalteri (70.), 1:3 Scherz (79.), 1:4 Charisteas (90+1.)

Schiedsrichter: Dr. Merk (Kaiserslautern)
Zuschauer: 33.000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Cullmann, Dogan, Sichone - Stalteri, Baumann

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