1. FC Köln - Hertha BSC Berlin 3:0

"Attacke ...!!"

oder: "Wie wichtig sind drei Punkte?"

16.12.2003, Rhein-Energie-Stadion Köln-Müngersdorf: Es steht die letzte Begegnung der Hinrunde an, Heimspiel gegen die mitabstiegsgefährdete "Tante Hertha" aus Berlin.

Nach den zuletzt hoffnungsvollen Auftritten unserer Mannschaft und in Anbetracht der Tabellensituation waren hier 3 Punkte absolute Pflicht, um nicht als Tabellenletzter zu überwintern und den Anschluss an den rettenden 15. Tabellenplatz nicht zu verlieren.

Der FC begann wie erhofft schwungvoll und machte Druck, erarbeitet sich in der Folge einige Torchancen durch Kringe, Voronin und Podolski. Cullmann und Voigt sind extrem zweikampfstark und lassen keine Entfaltung der Herthaner im Mittelfeld zu. Leider kommt es nicht zum Torerfolg, und die Angst, durch einen dummen Gegentreffer in Rückstand zu geraten, kommt in mir hoch.

Mit dem 0:0 geht es dann in die Pause.

Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff wurstelt sich Voronin im gegnerischen Strafraum durch zwei Gegenspieler und macht das 1:0. Frenetischer Jubel hallt durch das Stadion. Gleich im Anschluss erkämpft sich Voigt am Mittelkreis das Leder, der Ball kommt über Kringe zu Voronin, der nach einem Haken gleich ins linke obere Eck abzieht. Leider kann Torhüter Kiraly mit einer hervorragenden Parade glänzen und es bleibt beim 1:0.

Was folgt, ist eine 10- bis 15-minütige Drangperiode der Herthaner. Voigt klärt einmal auf der Linie, Cichon blockt einen Schuss von Bobic ab. "Wenn die jetzt den Ausgleich schaffen, ist alles dahin" waren meine Gedanken.

Gott sei Dank kommen die Kölner wieder in die Offensive. Podolski spielt trickreich mit der Hacke zu Heinrich, der setzt einen platzierten Schuss Richtung linke untere Ecke, aber leider hatte ein Herthaner den Fuß dazwischen. Mein Gott, wie hätte ich dem das Tor gegönnt.

In der 75. Minute kommt dann der große Auftritt von Podolski, der nach einer Flanke von Springer, welche Voronin geschickt durchlässt, cool zum 2:0 einschießt. Ekstase unter den Fans, und ich kriege mich auch nicht mehr ein.

In der 87. Minute will Scherz noch einen Einwurf von Heinrich per Kopf in den Strafraum verlängern. Zum Leidwesen der Herthaner hat Kiraly in diesem Moment einen Blackout und will hinter Scherz stehend den Ball fischen. Aber der Ball fliegt in hohem Bogen vor die Torlinie und wird beim Abwehrversuch eines Herthaner Spielers über die Linie gebolzt.

Das 3:0 war dann auch der verdiente Endstand. Nach dem Heimspiel gegen Karlsruhe war das das erste Spiel, welches von Anfang an durch die Kölner dominiert wurde.

Wie wichtig die drei Punkte sind, kann man momentan an der Tabelle erkennen. Frankfurt und Hertha haben wir hinter uns gelassen, wollen wir hoffen, das es so bleibt.

Für die Psyche der Mannschaft war es ein wichtiger Sieg, Gladbach kann kommen !!!

Einzelkritik und Fazit:

1. Jörg Heinrich hat endlich seine Fähigkeiten unter Beweis stellen können und sicherlich nun einige Kritiker weniger. Meiner Meinung nach ist er in der Position, wo er eingesetzt war, am besten aufgehoben.

2. Lukas Podolski hat sich wieder einmal für einen Platz in der Stammelf empfohlen. Er sorgte im gegnerischen Strafraum für viel Unruhe und machte verdien sein Tor.

3. Mit Andrej Voronin trägt seit langer Zeit mal wieder ein Spieler den Geißbock auf dem Herzen, der sich nicht scheut, Duelle Mann gegen Mann zu gehen und auch für sich zu entscheiden. Leider fehlte ihm gegen die Hertha öfter mal das Auge für den (besser platzierten) Mitspieler.

4. Christian Springer hat 2 Lungen ! Anders kann man diese Laufleistung nicht begründen. Unermüdlich rackerte er im Mittelfeld und konnte offensiv wie defensiv überzeugen.

5. Mustafa Dogan hatte starke Schwächen beim umschalten von defensiv auf offensiv, seine Pässe nach vorne kamen meist überhastet und ungenau.

6. Der 90-Sekunden-Einsatz von Dirk Lottner diente nicht der Demontage des Kapitäns, sondern Poldi`s Sonderapplaus durch die Fans. Dass Dirk Lottner und nicht Marius Ebbers / Helbig die Auflaufprämie kassieren durfte wird in der Presse und im Spezialistenforum allzu gern vergessen.

7. Thomas Cichon setzt in der Hintermannschaft zwar kämpferische Akzente, sein Spiel nach vorne ist aber grausam. Einfach den Ball nach vorne dreschen ist nix !

8. Florian Kringe traute sich wieder was zu. Seine Vorstöße waren immer gefährlich, wenn da nicht der schwache Abschluss gewesen wäre.

Unabsteigbar !!!

Kuhni

Spielstatistik:

1. FC Köln: Wessels - Dogan, Cichon, Cullmann - Schröder, Springer, Voigt - Kringe (68. Sinkala), Heinrich (82. Scherz) - Podolski (89. Lottner), Voronin

Hertha BSC Berlin: Kiraly - A. Friedrich, van Burik (57. Rafael), Rehmer - N. Kovac - Lapaczinski, Hartmann (46. Neuendorf) - Madlung (77. Pinto) - Goor - Marcelinho, Bobic

Tore: 1:0 Voronin (46.), 2:0 Podolski (75.), 3:0 Scherz (87.)

Schiedsrichter: Dr. Wack (Biberach)
Zuschauer: 35.000

Rote Karte: Rafael (72., grobes Foulspiel)
Gelbe Karten: Voronin - Neuendorf, A. Friedrich, N. Kovac, Lapaczinski, Pinto

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