1. FC Köln - Eintracht Trier 1:3

Tschöö 2. Liga ... :-)
Tschöö Müngersdorfer Stadion ...
:-(

Samstag, 11.41Uhr. Diesmal wird mit dem Zug nach Köln gefahren, denn wenn man schonmal was zu feiern hat und es "lecker Kölsch" geben soll, lässt man das Auto zuhause. Es gibt eigentlich nichts gemütlicheres, als im Zug zu sitzen, man kann Brötchen essen, ganz locker erzählen, sich über die vielen Krefelder FC-Fans wundern und sich nebenbei noch die Fingernägel lackieren.

In Nippes angekommen, wundern sich die Fahrgäste über den etwas längeren Aufenthalt, aber es dauert ja nun auch was, aus unserem Rhein-Sieg-Express eine Kölner S-Bahn zu machen. Aber irgendwie schaffen wir es dann doch noch, die Vorwiesen unseres alten Müngersdorfer Stadions zu betreten.

Es herrscht schon reger Betrieb, und da wir noch jede Menge Zeit haben, lassen wir uns auf dem Rasen nieder und betrachten unser Umfeld. Eine riesige Bühne ist aufgebaut, dort sollen unsere "Helden" später gefeiert werden, nebenan eine Riesenleinwand, wohl für die Fans, die keine Karte für's "allerletzte Heim- Spiel in der zweiten Liga"* bekommen haben. Diesmal sollen jede Menge "Modefans" zugeschlagen haben. Es ist ja auch so toll, wenigstens einmal sagen zu können: "Da simmer dabei".

Matthias Scherz kommt vorbei, grüßt freundlich!! Oho!! Anschiss von Tochter: Wieso haste jetzt die Kamara nich griffbereit? Matthes und Wolfgang Weber, unser "alter Weltmeister" werden interviewt. Wir natürlich hin, Foto folgt später.

So langsam machen wir uns dann auf den Weg zu unserer Südtribüne. Als wir am Marathon-Tor vorbeikommen, fällt mir auf einmal ein: Das siehst du so nicht wieder ... Und so allmählich kommt der Gedanke auf, das ist heute dein letzter Besuch im alten Müngersdorfer Stadion.

Oben in der Süd angekommen spielen die Bläck Fööss mein Lieblingslied: "Du .... ( bes die Stadt)". Mir wird ganz komisch, mein Blick geht zur Ostkurve, beim nächsten Spiel ist sie nicht mehr da!! Wie oft habe ich da gestanden, als es noch Stehplatz Ost gab? Ach, was soll's, wehmütige Gedanken beiseite und Nico und Alain begrüßt, die in unseren tollen T-Shirts, extra für unsere Burghausen-Tour für alle angeschafft, ganz toll aussehen.

Die Zeit bis zu Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung vergeht schnell. Und jetzt hat meine Tochter Grund zum Jubel. Markus Pröll darf nochmal ins Tor, um von den Fans gebührend verabschiedet zu werden. Naja, bei ihr ist es Markus Pröll, bei mir war es der Toni Schumacher. Wie die Mutter, so die Tochter. Nur .... das einzig wirklich Tolle an Markus Pröll ist seine Figur. Beim Toni gab es dann schon andere Qualitäten. (Ist meine persönliche Meinung!)

Also, die drei Herren mit dem Vornamen Markus, die in der nächsten Saison nicht mehr für den FC auflaufen werden, Pröll, Kreuz und Kurth, stehen in der Anfangself. Sie, Francis Kioyo und Archil Arveladze erhalten zum Abschied einen Blumenstraußs. 30.000 Kehlen brüllen das "Viva Colonia" und das "allerletzte Heim-Spiel in der Zweiten Liga" beginnt.

Man hat sich kaum hingesetzt, muss Pröll schon hinter sich greifen. Was war das denn? Nein, Blutdruck senken, Abseits. In den nächsten Minuten plätschert das Spiel so vor sich her. Haben die Herren heute auch schon wieder keine Lust? Die Fans versuchen mit ihren Gesängen alles, aber ...

Dann, 22. Minute: Markus Kurth darf in seinem letzten Spiel nochmal jubeln, aus kürzester Entfernung bringt er den Ball über die Linie, so grade noch. Irgendwie gönne ich ihm dieses Tor und ich denke mal, die anderen FC-Fans auch. Und wieder geht die La Ola-Welle durch das Stadion, sogar die mitgereisten Trierer machen mit. Beifall!!

Der FC wird etwas stärker, fast das 2:0, aber der Pfosten rettet. Die Schiedsrichterleistung ist heute auch wieder vom Feinsten. Andauernd liegen Trierer Spieler auf dem Rasen. Was sind das nur für Weicheier! Auch Sebastian Helbig ist dieser Meinung, Herr Dr. Fleischer aus Ulm mag diese aber nicht hören und zeigt ihm den gelben Karton.

Wenige Minuten später hat das so seine Folgen. Sein Gegenspieler will das Foul von Helbig, bekommt es und Helbig sieht Gelb-Rot. Dafür darf Mehmet Dragusha dann auf einer Trage liegend, das Müngersdorfer Stadion unter gellendem Pfeifkonzert der FC-Fans verlassen. Mal wieder mit 10 Mann, aber das kennt man ja schon. Nur sind diesmal noch fast eine Stunde zu spielen.

Und in der 40. Minute passiert es dann, die Kölner Deckung wird ganz schön auseinander genommen, Pröll irrt ein wenig herum und der Ball ist hinter der Linie. Kurze Zeit später versucht Lotte es nochmal, aber wieder dieser verflixte linke Torpfosten. Florian Kringe versucht sein Glück, umspielt mehrer Gegenspieler, wird gelegt, aber der Schiedsrichter ist wieder mal anderer Meinung. Ob wir denn wenigstens mit den Schiedsrichtern in der ersten Liga ein wenig mehr Glück haben?

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hat man das Gefühl, dass die Spieler sich noch ein wenig bemühen wollen, aber das ist nicht von allzu langer Dauer. Auch die Trierer haben ihr Problem mit dem linken Pfosten. Vielleicht sollte man den mal auswechseln? Aber dann ist unsere Abwehr mal wieder der Meinung, es wäre wohl genug getan und schon steht es 2:1 für unsere Gäste.

Man besinnt sich noch mal, versucht wenigstens noch einen Punkt zu retten, aber es hat nicht sollen sein. Eine Viertel Stunde vor Schluss dann noch das 3:1. Bei einem Konter kann Pröll sich nur noch damit helfen, dass er Winkler von den Beinen holt. Vielleicht hat er auch gedacht: Diesen Elfer jetzt noch halten und du gehst als Held vom Feld. Aber war wohl nichts.

In den letzten Minuten geschieht fast nichts mehr, außer, dass Alex Voigt sich noch eine Rote Karte einhandelt. Danach pfeift Herr Fleischer dann ab.

Jetzt hat Markus Pröll doch noch seinen Auftritt. Er trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck: "Danke" und wird mit stehendem Applaus von seinen Fans auf der Südtribüne verabschiedet. Auch der Rest der Mannschaft verabschiedet sich, aber das hab ich dann nicht mehr gesehen.

Die verbliebenen Mitglieder der KL machen sich nun auf den Weg in Block W1, um mal zu sehen, wie denn da der Blick aufs Spielfeld ist, denn man ist sich noch nicht ganz einig, wo man dann in der nächsten Saison sitzen will. Aber man lässt uns nicht.

Dann gehts auf zu Sonic, der uns die T-Shirts für die Burghausentour besorgt hat. Er begrüßt uns mit einem Kasten Pils, sehr nette Geste. Die T-Shirts werden bewundert und alle sind sich einig: Wir sehen toll aus.

Nun aber ab auf die Wiese. Brings stehen gerade auf dem Program, hören sich gut an. Alles hätte so schön sein können bei dieser Aufstiegsfeier, nur zwei Komponeten machen nicht mit. Unsere Herren Stars und das Wetter. Es beginnt fürchterlich zu regen, aber wir halten durch. Begrüßen die Cheerleaders und dann die Mannschaft, die einigermaßen bedröppelt da oben steht. Geschieht ihnen recht.

Kioyo kommt ans Mikrofon und er gibt einen Satz von sich, der einem warm ums Herz macht: "Ich wünsche mir, irgendwann noch mal länger für den FC spielen zu können." Mit der Mannschaft und den Höhnern wird nochmal das "Viva Colonia" geschmettert, dann machen Katrin und ich uns auf den Weg, bis auf's Hemd nass. Aber noch nicht nach hause, nein, erstmal in die Radrennbahn, wo wir einige alte Freunde treffen, mit denen wir noch ein paar Kölsch trinken. Und als dann das Bier alle ist, wird eine Kneipe in der Innenstadt aufgesucht. Da aber irgendwann der letzte Zug nach Krefeld fährt, müssen wir dann doch Abschied nehmen und nachhause fahren.

Paula

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