SpVgg Greuther Fürth - 1. FC Köln 2:0

Greuther Fürth ...

Ein absurder Termin, Donnerstag, den 08.05.2003, das dreijährige Jubiläum unseres Aufstiegsspiels in Hannover unter der Regie des Ewald Lienen, damals.

Im Unterschied zu damals sind wir jedoch schon seit zwei Wochen aufgestiegen, es geht somit um rein gar nix, höchstens um eine Wiedergutmachung für ein alkoholdurchsetztes Spiel in Freiburg mit einem unglücklichen Interview des Dirk Lottner anschließend, weswegen nicht wenigen FC-Fans einiges an Galle hochgekommen ist. Vielleicht auch noch um die Zweitligameisterschaft.

Zum Termin.
Donnerstag 20.15 Uhr, man fragt sich warum. Begründung scheint zu sein, dass an diesem Tag das DSF sein angestammtes Recht nachholt, an jedem Spieltag einen Montagsübertragungstermin für das sogenannte "Topspiel" in Anspruch zu nehmen. Dies war einst im Januar einmal nicht möglich, weil eben an einem besagten Montag das Benefizspiel der Nationalmannschaft für die Elbe-Opfer aus der Schalke-Arena gegen eine All Stars- Mannschaft der Bundesliga übertragen wurde, was wiederum eine Übertragung des ursprünglich anberaumten Topspiels der zweiten Liga unmöglich machte. Dieses verbriefte Anrecht wurde an diesem Donnerstag nachgeholt, nachdem bereits im Zusammenhang mit dem Lübeckspiel, was von Rosenmontag auf Karnevalssonntag zurückverlegt wurde, das DSF davon sprach "noch einen beim FC gut zu haben".

Das einzig Positive ist dann wohl, dass es sich vorerst um die letzte Liveübertragung eines Spiels des 1. FC Köln im DSF handeln wird, und damit verbunden wohl um den vorerst letzten absurden Termin, der zu den abenteuerlichsten Urlaubsplanungen zwingt, um dem 1. FC Köln auch auswärts nahe zu sein.

Nun, wie auch immer, das Ergebnis war eine sehr reduzierte Fahrbereitschaft unseres mittlerweile traditionsbehafteten Forums-Busses. Diesmal eben in reduzierter 25er statt 50er-Version, nachdem es nicht möglich gewesen war, den Bus mit einem anderen Reiseanbieter (wie das Fanprojekt) zusammenzulegen.

Wir hatten als Treffpunkt den Waldparkplatz des Geißbockheims ausgemacht, so wie immer, Uhrzeit 11.30 Uhr. Durch einen kapitalen Unfall auf der A4 in Höhe der Ausfahrt Klettenberg, wo ein vollbeladener Sattelschlepper umgekippt war, hatten wir jedoch beträchtliche Probleme, überhaupt den Treffpunkt zu erreichen, und konnten somit erst mit einer erheblichen Verspätung unseren niedlichen 25er-Reisebus besteigen und abfahren, um am Hauptbahnhof die restlichen unbeirrbaren Mitfahrer an Bord zu nehmen.

Da wir mehr als genug Zeit eingeplant hatten, war dies jedoch kein Problem, wo doch der Rest der Fahrt, trotz nicht vorhandener Toilette an Bord des kleinen Reisebusses, relativ zügig vonstatten ging.

Wir hatten wie immer genug Getränke an Bord, was wie immer auch der Förderung der Kommunikation sehr entgegen kam. Nach einem ausgiebigen Halt an der Raststätte Geiselwind (allez Burger King) ging die Fahrt schnurstracks nach Fürth, wo wir von einer Polizeieskorte in Empfang genommen wurde und freundlicherweise zum Stadion, Gästeblock, direkt bis vor die Türe geleitet wurde. Das ist eines der schönen Dinge in Liga 2: Parkplatz für unseren Bus direkt vor der Türe ;-))

Nach Begrüßen vieler bereits anwesender Fans vor den Toren des Fürther Spielzeug-Playmobilstadions, Genießen eines sehr ansprechenden Döner Kebabs und Weiterverkauf der vielen noch übriggebliebenen Eintrittskarten konnten dann unsere Plätze eingenommen werden - wie so oft hatte ich mich dafür entschieden, auch einige Sitzplätze zu ordern, die i.d.R. eine wesentlich bessere Sicht ermöglichen - nicht so in Fürth, wo die mittigen Sitzplätze durch ein falsch herum aufgehangenes Netz vom Spielfeld abgetrennt wurde, wogegen die am Rande befindlichen Stehplätze freie Sicht aufs Spielfeld boten, was auch den sportlichen Ehrgeiz unserer Werferfraktion entsprechend entgegenkam.

Zum Spiel:
Wiedergutmachung war angekündigt worden, und bis zu einem bestimmten Punkt war die kämpferische Einstellung unserer Helden auch recht ansprechend - die spielerischen Defizite, die sich schon über die gesamte Saison dargeboten hatten, waren aber gerade im Vergleich zu den pfeilschnellen, kombinationssicheren Fürthern sehr eklatant zu bestaunen.

Es wurde verbissen gekämpft, allerdings hat irgendwann der grottenschlechte Schiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern) dann gerade in der entscheidenden Spielsituation in der 35. Minute den Überblick verloren. Der Fürther Olivier Caillas trifft mit einem absichtlichen Ellenbogencheck Matthias Scherz ins Gesicht, der Schiri sieht nix, der Linienrichter ist abgelenkt, Scherz geht zu Boden, ist sichtlich benommen, kommt zwar wieder ins Spiel, aber ist bei einer anschließenden Spielsituation noch nicht ganz bei der Sache und lässt sich im Zusammenhang mit einem harmlosen Foul, welches jedoch etwas nach Revanchefoul riecht, mit Gelb-Rot des Feldes verweisen. So kann's gehen. Statt mit 11 gegen 10 plötzlich mit 10 gegen 11.

Und ab dem Zeitpunkt läuft auch nix mehr im Kölner Spiel zusammen, die Fürther gewinnen aufgrund der Spielanteile verdient, aber wegen der Scherz-Geschichte letztendlich unverdient.

Die Fürther bleiben mir jedenfalls höchst unsympathisch in Erinnerung, und es bleibt noch die Hoffnung, daß es z.B. die Mainzer noch packen. Ich hätte nix dagegen, wenn der FC mit Voronin in der kommenden Saison dem Mainzer Bruchweg statt dem Fürther Bruchstadion den Besuch abstatten würde.

Nun, genervt von der eigenwilligen Behandlung durch das Schiedsrichtergespann sowie frustriert durch die neuerliche Niederlage, nahmen wir wieder unsere Plätze ein und fuhren alsbald wieder Richtung Heimat zurück. Es gab noch ein spektakuläres Unwetter in der Höhe von Aschaffenburg mit Hagel und Tausenden von beeindruckenden Blitzen, und gegen 4.00 Uhr waren wir dann endlich wieder in Köln. Erst gegen 5.00 hatte mich mein Bett wieder.

Was man nicht alles sich selbst antut, um den FC auf allen Wegen zu begleiten ;-)).

RemoColonia

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