VfL Wolfsburg Am. - 1. FC Köln 1:3

Die 1. Pokalrunde in Wolfsburg
oder: wer jagt hier wen?

Samstag, 31.08.2002, kurz vor zehn: Im Kölner Süden macht sich ein silberner Kangoo, sicher gesteuert vom Fahrer Burkhard, auf den Weg, um die Mitfahrer zur Reise in den Europapokal einzusammeln.

Bis halb elf sitzen diese in Form von Nico, Jupp und meiner Wenigkeit dann auch halbwegs ausgeschlafen im Auto und starten im Norden auf die A 1 in Richtung Wolfsburg, welches die erste Station auf unserem diesjährigen Pokalfeldzug sein sollte. In der sicheren Gewissheit, dass man heute nur verlieren konnte und mit Fragen beschäftigt, ob man wohl den Tiger unter den Wölfen sehen würde, erreichten wir schon bald den ersten (und glücklicherweise einzigen) Stau. Hinter dem Kamener Kreuz machten wir die erste kurze Pause und überholten vorher noch den leeren Gladbacher Mannschaftsbus. Die gut sortierte Literatur im Wagen gab darüber Aufschluss, dass dieser auf dem Weg nach Babelsberg sein musste. Nehmen die die Mannschaft jetzt schon gar nicht mehr erst mit? Naja, vermutlich hatte das Gefährt eher den Sinn, diese vom Flughafen abzuholen :-).

Nach einer weiteren kurzen Pause erreichten wir schließlich gegen 14.00 Uhr die Burg der Wölfe und begaben uns auf Parkplatzssuche, wobei wir ein feines Plätzchen gleich am Stadion fanden. Los ging es dann zum (grottenhässlichen) Stadion unserer Gegner, wo wir - welche Überraschung - von unserem Neuberliner Müngi bereits erwartet wurden. Dieser ließ sich das "Pokalheimspiel" (naja, beinahe jedenfalls) nicht nehmen und nach freudiger Begrüßung, diversen Knuddlern, dem Einnehmen von Würsten, Pommes und Bier sowie dem Erstehen äußerst günstiger Sitzplatzkarten nahmen wir zusammen selbige schließlich ein.

Die Sicht war zwar nicht sensationell, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut in Ordnung. Im Block kam noch Sven - auch bekannt als Blauhemd - zu uns und verkürzte uns die Zeit bis zum Beginn der ersten Pokalrunde.

Als endlich Schiri Fröhlich das Spiel anpfiff, stand die erste Überraschung in Form von Pröll in unserem Tor. Dieser hatte auch ziemlich schnell ziemlich viel zu tun, denn die Wölfe machten ordentlich Druck und hatten auch schon in der 7. Minute eine gar nicht mal so schlechte Chance. Unser Team machte einen äußerst konfusen Eindruck auf mich; es gab diverse Patzer Einzelner, die den Wölfen immer wieder erlaubten, vor unser Tor zu kommen und was ihnen bereits in der 11. Minute eine erste Ecke bescherte. Auch erreichten die Bälle durch ständig auftretende "Missverständnisse" häufiger den Gegner als den eigenen Mann. Ein Klassenunterschied war zu Beginn des Spieles jedenfalls in keinster Weise feststellbar, aber das ist man als Kölner Pokaltourist ja bereits gewöhnt.

Erst nach 31 Minuten kam es so zur ersten Kölner Torchance, wobei Helbig das Leder im Nachschuss links neben das Tor semmelte. Hiernach folgte dann in der 32. Minute das 1:0 für die Gastgeber durch Kolm, welcher nach erneuten Fehlern (insbesondere von dem heute völlig debil wirkenden Scherzi) völlig frei vors Tor kam und den Führungstreffer erzielte.

Während vor meinem geistigen Auge bereits diverse vorangegangene Pokalpleiten vorbei zogen und ich mich damit zu trösten begann, dass wir diesmal wenigstens nicht ganz so weit fahren mußten, machte dann für mich völlig überraschend Kurth in der 36. Minute den Ausgleich. Bis zur Halbzeit gab es sogar noch eine Art Chance, die Kreuz übers Tor legte und eine - ergebnislose - Ecke.

Nach der Pause wechselte Funkel in der 47. Minute für Helbig Kringe ein und für Kreuz Kioyo. Beide brachten sich von Anfang an gut ein und das Kölner Spiel wurde stärker. In der 53. Minute schoß Sinkala den Führungstreffer und alles sah wieder viiieeel freundlicher aus. Auch hiernach machten unsere Jungs weiter Druck und brachten die Wölfe ins schwitzen, von denen einige erstaunlich klein waren, so dass man zuweilen den Eindruck hatte, es handele sich um ein Testspiel gegen eine Schülermannschaft.

Vom Spielverlauf hatte man den Eindruck allerdings weit weniger, denn das Blatt schien sich erneut zu wenden. Die Wölfe ackerten und kämpften und kamen so auch noch einige Male vor unser Tor. Es sah zu diesem Zeitpunkt erheblich mehr nach Ausgleich aus, als nach einem weiteren Kölner Tor.

Funkel reagierte, in dem er in der 74. Minute (endlich) Matthias Scherz auswechselte und dafür Cullmann ins Spiel brachte. In der 78. Minute erlöste Francis Kioyo die Kölner Fans und wohl auch Spieler von ihrem Leiden und machte das 3:1 - welche Erleichterung !! Auch, wenn vereinzelte Spötter ihn den "halslosen Kleiderschrank" titeln, dieser Mann ist klasse
:-)).

Irgendwann war das Spiel vorbei und wir hatten - juhuuuu - die zweite Runde erreicht. Was will man mehr??

Lustig war noch, dass der Stadionsprecher kurz vor Schluss verkündete, dass das Spiel von 2.843 Zuschauern gesehen wurde. Es war zwar nicht gerade ausverkauft, aber das schien dann doch eher eine kleine Beschönigung zugunsten der Wolfsburger Vereinskasse gewesen zu sein :-). Nun ja, es sei ihnen gegönnt.

Fazit: Pokalspiele sind eben doch immer wieder etwas völlig anderes als Ligaspiele und wenn man sie dann auch noch gewinnt, haben sie allemal ihren besonderen Reiz. Hoffen wir, dass wir auch in diesem Jahr noch einige erleben und vielleicht ja sogar auch endlich noch mal zuhause in Müngersdorf.

Carola

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