Alemannia Aachen - 1. FC Köln 0:0

Kartoffelkäfer und schlechte Scherze

Noch die schlechten Erfahrungen vom Pokalspiel im letzten November im Hinterkopf, machten wir uns diesmal vorsorglich sehr früh auf den Weg gen äußerster Westen. Nicht zuletzt dank der noch andauernden Ferienzeit waren wir trotz Baustellen-Wahnsinn auf der A4 bereits um 18.30 Uhr vor dem Stadion. Zeit genug also, um nach den restlichen Mitgliedern unseres Fanclubs Ausschau zu halten.

Nachdem sich alle eingefunden hatten, beschloss man dann auch - ebenfalls aus den schlechten Erfahrungen resultierend - die Plätze im Stehblock baldmöglichst einzunehmen. Nicht nur wir hatten aus den damaligen Ereignissen gelernt, sondern anscheinend auch der Ordnungsdienst und die Polizei. So hatte man tatsächlich diesmal mehr als einen Durchgang geöffnet und die Personenkontrollen gingen ziemlich zügig vonstatten.

Im Block eingetroffen hatten wir dann schnell ein Plätzchen gefunden, von dem aus wir ganz entspannt das Spiel verfolgen konnten. Sogar vom Rauch blieben wir verschont, der diesmal am anderen Ende des Blockes aufstieg. Irgendwann kam dann auch noch Kuhni in den Block gehechelt. Aber der hatte ja auch die wenigste Zeit von allen. Schließlich hat er Urlaub ;-).

Jedenfalls waren wir früh genug im Block, um mal in Ruhe einige Blicke durch den "legendären" Tivoli schweifen zu lassen. Sicherlich ist dieses Stadion mit seinen drei großen Stehblöcken irgendwie kultig. Aber dieses Hochjubeln als "Hexenkessel mit besonders brisanter Atmosphäre" kann ich dann doch nicht so ganz nachvollziehen. Immerhin kommt der Support der Aachener Fans von der Stehgeraden dank des niedrigen Daches ziemlich lautstark zum Tragen. Leider beschränkt man sich dort aber mehr auf die Verunglimpfung des Gegners als auf die Unterstützung der eigenen Mannschaft.

Das Spiel konnte beginnen, bei dem unsere Helden weitere drei Punkte erringen und sich in den oberen Tabellenregionen festsetzen sollten. So ging es denn aus unserer Sicht auch ganz schön flott los, wobei der FC in der ersten halben Stunde spielerisch die bessere Mannschaft war. Mehr als ein Pfostenschuss von Kioyo sprang aber vorerst nicht heraus. Leider wollte sich der Schiri dem flotten Spiel nicht anpassen und pfiff alles in Grund und Boden. Alleine in der ersten Hälft dürften es wohl so an die 40 Freistöße gegeben haben. Nicht, dass der Schiri eine Mannschaft besonders benach- oder bevorteilt hätte. Aber nahezu jeden Körperkontakt abzupfeifen hat für meine Begriffe mit Fußball nichts mehr zu tun.

Mit zunehmender Spieldauer kam auch die Alemannia - wegen ihrer gelb-schwarz gestreiften Farben auch Kartoffelkäfer genannt - besser ins Spiel, sodass es auch einige gefährliche Situationen vor dem Kölner Tor gab. Bis es dann kurz vor der Pause Freistoß für Köln gab. Lottner schnappte sich den Ball und hämmerte ihn aus ca. 35 Metern voll an den Querbalken. Von dort sprang er Scherz vor die Füße, der es fertig brachte, den Ball nochmals an die Latte zu setzen und den abermaligen Abpraller am leeren Tor vorbei zu bugsieren. Ein schlechter Scherz!

In der zweiten Hälfte war das Spiel ausgeglichen, bis der FC in der Schlussviertelstunde gegen die kaputten Alemannen wieder die Oberhand gewann. Aber es scheiterten sowohl Happe aus sehr guter Position als auch Scherz (!) völlig freistehend vor dem Tor.

Naja, vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen. Dem Spielverlauf nach war dieses 0:0 jedoch etwas ärgerlich. Was soll's? Jetzt sind wir erstmal Dritter. Wenn wir das am Ende der Saison auch sein sollten, ist doch alles in Ordnung. Außerdem wette ich, dass wir in den nächsten Jahren nicht mehr in Aachen spielen werden. ;-)

Jupp

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